{"id":295,"date":"2018-06-14T09:10:16","date_gmt":"2018-06-14T07:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/bim-tiefbau.de\/?page_id=295"},"modified":"2018-06-14T11:50:40","modified_gmt":"2018-06-14T09:50:40","slug":"was-ist-bim","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bim-tiefbau.de\/category\/startseite\/was-ist-bim\/","title":{"rendered":"Was ist BIM?"},"content":{"rendered":"<p>Building Information Modeling &#8211; kurz BIM und auf deutsch Bauwerksdatenmodellierung &#8211; bedeutet, dass Informationen wie zum Beispiel Material, Bodenart oder Homogenbereich mit den Bauteilen eines 3D-Modells verkn\u00fcpft sind. Wenn Anwender BIM nutzen m\u00f6chten, ben\u00f6tigen sie eine Software, die mit 3D-Modellen arbeiten kann. Im Kern ist BIM jedoch keine Software, sondern eine neue Methode, mit Daten im Bauwesen umzugehen.<\/p>\n<h3>Digitale M\u00f6glichkeiten gibt es bereits seit Jahren<\/h3>\n<p>Seit dem Aufkommen der CAD-Systeme in den 1980er Jahren und der zeitgleichen parallelen Einf\u00fchrung der Ausschreibung-Vergabe-Abrechnung (AVA)-Systeme wird im Bauwesen digital gearbeitet. Aber zwischen den Angaben in den Pl\u00e4nen und den Zahlen in der Ausschreibung\/Abrechnung gab es im Prinzip keine Verbindung.<\/p>\n<p>Das Bindeglied zwischen den Pl\u00e4nen auf der einen Seite, die gelesen und interpretiert werden konnten, und den Ausschreibungstexten und Mengen in den AVA-Systemen auf der anderen Seite, war der Mensch. Fehler waren damit vorprogrammiert: \u00c4nderte sich die Zeichnung, konnte vergessen werden, die Mengen im AVA-Programm zu \u00e4ndern. Und ob die Langtexte in der Ausschreibung zum zeichnerisch dargestellten Bauwerk passten, konnte nur die Betrachter pr\u00fcfen und entscheiden.<\/p>\n<h3>Digitale Prozesse auf neuem Niveau<\/h3>\n<p>BIM schlie\u00dft diese Kluft zwischen Planung und AVA-Systemen und hebt die digitalen Prozesse im Bauwesen auf ein neues Niveau. Bei den bei der BIM-Anwendung erzeugten 3D-Bauteilen sind nunmehr die Geometrie und damit ihre Mengen, aber auch Angaben \u00fcber Material sowie andere Eigenschaften hinterlegt. Fehler durch Unterschiede zwischen den Pl\u00e4nen und den Angaben im AVA\u2013 System geh\u00f6ren damit der Vergangenheit an. Zudem k\u00f6nnen Nutzer am visualisierten 3D-Modell geometrische Fehler, fehlende Bauteile oder Kollisionen direkt erkennen.<\/p>\n<p>Zur Verdeutlichung: Man kann sich das BIM-Modell einer geplanten Bauma\u00dfnahme als ein virtuell vorweg genommenes Bauwerk mit allen Einzelteilen vorstellen. Kommt die Zeit als vierte Dimension hinzu, l\u00e4sst sich am Modell erg\u00e4nzend der Bauablauf \u00fcber die Zeitschiene hinweg pr\u00fcfen und visuell darstellen.<\/p>\n<p>Die wesentliche Vorteilen dieser Modelle im eigentlichen Bauprozess sind, dass die zu bauenden Geometrien eindeutig beschrieben sind. Mengen f\u00fcr die Kalkulation, die Bestellung und die Bauabrechnung k\u00f6nnen \u201eauf Knopfdruck\u201c aus dem Modell erzeugt werden. Und \u2013 diese Mengen passen sich zudem automatisch an, wenn das Modell ge\u00e4ndert wird.<\/p>\n<h3>Zentrale Datenbasis w\u00e4re sch\u00f6n<\/h3>\n<p>Die in der Fach\u00f6ffentlichkeit im Zusammenhang mit BIM vielbeschworene zentrale Datenbasis, auf die alle Projektbeteiligten Zugriff haben, existiert leider h\u00e4ufig nicht. Dabei w\u00e4re diese Datensammlung gerade f\u00fcr Bauma\u00dfnahmen in Hochbau sinnvoll. Denn hier liegt die Herausforderung in der Abstimmung und Koordination aller Fachplaner wie Architekten, Statiker und Haustechniker sowie erg\u00e4nzend aller beteiligten Fachfirmen.<\/p>\n<p>Im Stra\u00dfen- und Tiefbau ist die Situation etwas anders. Hier gibt es in aller Regel nur einen Planer und eine ausf\u00fchrende Baufirma, die an dem Prozess beteiligt sind. Damit ist die Zahl der Projektbeteiligten \u00fcberschaubar und eine Abstimmung viel einfacher als im Hochbau. Trotz allem sollte auch im Stra\u00dfen- und Tiefbau angestrebt werden, eine zentrale und gemeinsam nutzbare Datenbasis zu schaffen, die den leichten Austausch von Informationen erm\u00f6glicht. Wenn diese nicht existiert, ist das allerdings im Stra\u00dfen -und Tiefbau aus oben genannten Gr\u00fcnden kein Hindernis, die Methode BIM anzuwenden.<\/p>\n<h3>Lebenszyklus des Bauwerkes im Fokus<\/h3>\n<p>Ein weiterer zentraler Aspekt bei der Nutzung von BIM ist die reibungslose \u00dcbergabe der Modelle mit den relevanten Sachinformationen \u00fcber die drei wichtigen Abschnitte im Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg: Von der Planung \u00fcber die Ausf\u00fchrung und schlussendlich bis zur Nutzung wird mit ein und demselben Modell gearbeitet.<\/p>\n<p>Klar ist: Durch diese Arbeit mit und an einem Modell wird ein gro\u00dfer gesamtwirtschaftlicher Nutzen erzielt. Denn einmal erfasste Daten gehen nicht verloren, der immense Aufwand f\u00fcr Mehrfacherfassung entf\u00e4llt und Fehlerquellen werden nachhaltig ausgeschaltet.<\/p>\n<p>Positiv kann angemerkt werden, dass im Kanalbau die \u00dcbergabe der 3D-Bestandsdaten mit erg\u00e4nzenden Informationen nach Baufertigstellung mit der ISYBAU-Schnittstelle seit Jahrzehnten \u00fcblich ist. Diese Arbeitsweise kann und muss heute als ein Bestandteil des BIM-Prozesses angesehen werden. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Den Nutzen dieser effektiven Daten\u00fcbergabe haben im Wesentlichen die Auftraggeber.<\/p>\n<p>F\u00fcr die bauausf\u00fchrenden Firmen hingegen w\u00e4re es viel wichtiger und n\u00fctzlicher, dass bei besserer Planungsqualit\u00e4t k\u00fcnftig detaillierte und korrekte Modelle vom Planer \u00fcbergeben werden. Denn noch immer ist es meist so, dass Unternehmen im Stra\u00dfen\u2013 und Tiefbau lediglich 2D-Pl\u00e4ne &#8211; nicht selten im Format PDF \u2013 erhalten. Bei genauer Betrachtungsweise handelt es sich dabei lediglich um eine Art digitales Papier. Aus Sicht der Baufirmen kann daher die Einf\u00fchrung von BIM nur begr\u00fc\u00dft werden. Siehe auch den Beitrag \u201eBIM im Tiefbau: Chance oder Zumutung\u201c.<\/p>\n<p>Frank Kocher<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Building Information Modeling &#8211; kurz BIM und auf deutsch Bauwerksdatenmodellierung &#8211; bedeutet, dass Informationen wie zum Beispiel Material, Bodenart oder Homogenbereich mit den Bauteilen eines 3D-Modells verkn\u00fcpft sind. Wenn Anwender BIM nutzen m\u00f6chten, ben\u00f6tigen sie eine Software, die mit 3D-Modellen arbeiten kann. Im Kern ist BIM jedoch keine Software, sondern eine neue Methode, mit Daten im Bauwesen umzugehen. 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